#blackwashing bei Dove

„Wer in sozialen Netzwerken seinen Körper zeigt, muss heute damit rechnen, Zielscheibe für Beleidigungen und negative Kommentare zu werden.“
Warum in aller Herrgottsnamen sollte man seinen Körper auf Instagram oder sonst wo zeigen wollen? In der Regel postet man ja etwas, weil man eine Reaktion auslösten will. „Hammermäßiger Bizeps, Digger“ oder „ist das ein Mückenstich?“ wären dann legitime Kommentare auf ein Oberarmfoto (nur so zum Beispiel). Wer Reaktionen will, muss auch mit negativen Kommentaren leben. Aber darum soll es hier ja auch gar nicht gehen. Mir geht es ums blackwashing bei Dove.

Unilever ist kein NGO

Man mag es ja kaum glauben, aber Dove ist kein NGO mit dem Ziel der Weltverbesserung für schwarze Frauen, sondern ein Brand von Unilever. Die werbliche Darstellung farbiger Frauen dient auch nicht dazu, Rassismus zu bekämpfen, sondern letztlich will Unilever sein Zeugs (Hautpflegeprodukte) vom Hof haben. Dazu können Sie ja gern die Führungsebene von Unilever fragen. Auch wenn es dort keine schwarze Frau gibt…

Unilever Führungsebene

Kann man nicht die Welt verbessern und daran verdienen?

Ich finde ja, man erkennt echte Überzeugung daran, dass sie einen etwas kosten kann. Wenn Unilever durch seine Kampagne Geld verlieren würde, wären sie glaubwürdiger, oder? Aber wir wissen alle, dass das nicht geschehen wird. Für Unilever (und Dove) sind die Consumer Idioten, die sich durch das Versprechen einer besseren Welt manipulieren lassen. Eincremen gegen Rassismus, sozusagen. Muss das so sein? Kann man nicht auch anders für seine Produkte und Leistungen werben?

Wie geht ehrliches Branding? | A Brand is an extension of the character

Das frage ich mich tatsächlich selbst und habe keine eindeutige Antwort parat. Man müsste auf jede Art von emotionalen Triggern verzichten und nur Fakten publizieren. Die Apple Watch ändert nicht deine Persönlichkeit, ebenso wenig wie ein Pullover von Lyle & Scott oder Desert Boots von Clarks. Undenkbar, oder? Der kanadische Medientheoretiker Marshall McLuhan meinte einst: „The hammer is an extension of the hand.“ Vielleicht muss man akzeptieren, dass Brands eine (präsentierbare) Erweiterung des Charakters sind.