Flitterwochen? Seitensprung? Familienplanung? Egal – Hauptsache Ficken.

Bei der mhplus Krankenversicherung geht es ja mal richtig rund. Da wird gerammelt, bis die Laken qualmen. Warum eigentlich? „Egal“ meint die mhplus, „Wir kümmern uns um deine Gesundheit“. Inwiefern die Gesundheit während der Flitterwochen gefährdet sein könnte, verraten uns die Krankenkassen Kümmerer allerdings nicht. Vielleicht hatten sie ja die berüchtigte „Honeymoon Zystitis“ im Sinn, die Flitterwochen Balsenentzündung.

„Die Bezeichnung hat ihren Ursprung im frühen 20. Jahrhundert, als es noch durchaus üblich war, dass Frauen ihr „erstes Mal“ in der Hochzeitsnacht erlebten. Heutzutage spielt die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs und die mechanische Beanspruchung der äußeren Geschlechtsorgane eine Rolle. Auch ein neuer Partner, mit seiner individuellen, für die Frau noch unbekannten Genitalflora, kann ein Risiko für die Entstehung einer Blasenentzündung darstellen.“

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Möglicherweise dachte die mhplus aber auch an die mannigfaltigen Verrenkungen, auf die man beim Akt spontan kommen kann. Oder die man mit aufgeklapptem Kamasutra nachstellt. Unser Paar auf dem Foto sieht ja aber eigentlich ganz geschmeidig aus, ich glaube nicht, dass die sich was verrenken.

Wenn man sich andere Motive der Kampagne anschaut, wird die Intention der mhplus deutlicher: „Wir müssen mal weg von den ganzen nervigen Kranken oder den ständigen Ermahnungen, mehr Sport zu machen oder Obst zu essen“, hat sich der Marketingchef gedacht. Oder die Agentur. Egal – Ficken, Gähnen, das geht immer, das ist das Leben, so sind unsere Versicherten, das ist jetzt unsere Zielgruppe.

So absurd einem diese Werbekampagne auch vorkommen man, noch absurder ist der Grund dafür: Die Krankenkassen als Körperschaften öffentlichen Rechts sind durch den Gesetzgeber aufgefordert, in einen Wettbewerb miteinander zu treten. Durch den Wettbewerb sollen die Beiträge im Idealfall sinken, so wie sich das Adam Smith einmal gedacht hat. Blöderweise sind aber sowohl das Produkt als auch der Preis bei allen 105 Krankenkassen in Deutschland bis auf kleinste Details identisch. Differenzieren und positionieren kann man sich nur über die Werbung. Aber wenn man darauf nicht reinfällt, ist es eigentlich völlig egal, ob man bei der mhplus oder einer anderen Krankenkasse Mitglied ist.